Das zweitgrößte deutsche Geldhaus steht kurz davor, sich mit den US-Behörden auf einen Vergleich zu einigen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Voraussichtlich werde die Commerzbank eine Buße von rund 650 Millionen Dollar (knapp 500 Millionen Euro) zahlen, sagte einer der Insider. Im Gegenzug werde das Verfahren eingestellt.
Die USA verdächtigen auch viele andere Institute, gegen die von ihnen verhängten Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.
In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als ein halbes Dutzend ausländischer Banken den Streit mit den USA über Sanktionsverstößen durch Bußgeldzahlungen beendet. Am tiefsten in die Tasche greifen musste dabei die größte französische Bank BNP Paribas, die Ende Juni zu einer Rekordstrafe von knapp neun Milliarden Dollar verdonnert wurde.
Die Strafzahlungen europäischer Geldhäuser in den USA haben auch Politik und Industrieverbände auf den Plan gerufen. Sie haben die Sorge, dass das europäische Finanzsystem von den USA geschwächt wird. Die Sanktionierung europäischer Banken durch die USA seien für europäische Institute eine erhebliche Belastung, warnte kürzlich auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret.